Sonntag, 17. Mai 2015

Einmal von Anfang an....

Hallo ich bin Marleen,

einen genauen Anfang gibt es bei mir nicht, es war schon so. Mit 20 habe ich vielleicht relativ spät begonnen meinen Weg als Frau zu gehen und mich dagegen entschieden immer nur die Beobachterin des Lebens um mich herum zu sein, während langsam aber sicher die Brücke zusammenfällt mein Leben einmal ändern zu können.

Ich habe darauf vieles berührt und verändert und auch, wenn mir die vielen kleinen Ziele wie leicht verrinnender Sand vorkommen, versuche ich es weiter. Vielleicht ein kleiner Rückblick:
Vorüber anderthalb Jahren begann ich meiner Freundin meine Gefühle zu erklären. Darauf ging bald die Beziehung in die Brüche und wurde freundschaftlich.

Im Sommer 2014 begann ich viele Freunde und meiner Familie von mir zu erzählen. Ich stellte fest, dass sie wohl doch zu mir stehen wollen. Ab da ging ich andgrogyner hinaus, nicht komplett: Ich wollte kein Zootier für die Menschen sein, weil mein Körper eben leider ist wie er ist. Zu männlich. Ich blieb trotz der lieben Vereine dem Bogensport und dem Tanz fern, weil ich die Muskelmasse verlieren wollte..

Im November begann ich nach ein paar Versuchen dann meine Therapie und fing mit meiner Selbstmedikation an. Mein Hausarzt hatte sich bald bereit erklärt über meine Werte zu schauen..

Im Januar ging ich vollends androgyn hinaus und begann mir mit finanzieller Hilfe meiner Mutter die Gesichtshaare entfernen zu lassen. Erst mit ELOS und, als meine Haare ausgeblasst waren, zur ein paar mal Nadelepi in München.

In meinen Semesterferien  habe ich losgelegt an meiner Stimme zu üben. Bisher und heute wars' oft genug  ein innerlicher Krampf und bliebe dem lieber fern, wenn ich nicht bereits wüsste, dass es hilft. Mein Versuch bei einer zweiten Psychiaterin parallel zur Therapie früher eine Diagnose zu bekommen ist leider an ihrer persönlichen Einstellung gescheitert. Sie hat es nur "differenziert" d.h. nur die Kontraindikationen ausgeschlossen, dass ich nicht traumatisiert  bin ^^, obwohl meine Schulzeit schwer war usw. Wie es darin hieß.
Mit freundlichen Fragen sind mein Impfpass und der Bibliotheksausweis auf meinen neuen Namen genehmigt worden c:

Mit meinen 21. Geburtstag, Anfang März, habe ich die Schritte gewagt im Alltag so zu leben und bekam nun für meine Selbstmedikation begleitende Unterstützung aus der Endokrinologie in Regensburg.


Diesen Mai bekam ich endlich meine Diagnose und war dadurch nach 6 Monaten offiziell in der HRT.

Dieses Wochenende fahre ich gemeinsam mit einer Freundin zu einem Termin bei Dr. Bart Van de Ven in Berlin. Ich möchte vorher manches zur FFS genauer wissen, dabei ist mein Op-Termin bereits Mitte August. Als ich erfahren habe, dass mir meine Mutter dabei helfen will, war es möglich - und mir ein Stein vom Herzen. Ob es hilft?


Dem zum trotz was alles bereits geschehen ist, frage ich mich stark warum ich so lange wartet habe, warum ich erst so viel verlieren musste? Ich hätte mir damals sehr einen Blog wie meinen gewünscht, denn ich bin einfach nicht darauf gekommen im Ausland nach Antworten zu suchen. Die Medikamente brauchte ich ja hier in Deutschland. Ich wusste nur, dass es für jene in England einfach in der Apotheke bestellbar ist - und, dass sie leider nicht nach Deutschland versendet. Ich hatte alle möglichen Namen von Medikamenten und Wirkstoffen in diversen wörtlichen Kombinationen durchgegoogelt, aber nirgendwo gab es sie in Deutschland zu kaufen. So kann ich mir ein wenig verzeihen, weil ich mir damals wirklich so viel Mühe gegeben habe. Aber die Zeit? Ich weiß nicht was bleibt und ich habe große Angst gebrandmarkt zu bleiben. In meiner Angst damals, habe ich mich irgendwie erst gebrandmarkt - es hätte vielleicht nicht so weit kommen müssen, weil ich darauf resignierte.
Irgendwie habe ich auch den Hang zur Melancholie... .

lg, Marly

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